Stockholms Dagblad - Staatstrauer nach schwerem Zugunglück in Spanien - Einsatzkräfte suchen weiter nach Opfern

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Staatstrauer nach schwerem Zugunglück in Spanien - Einsatzkräfte suchen weiter nach Opfern
Staatstrauer nach schwerem Zugunglück in Spanien - Einsatzkräfte suchen weiter nach Opfern / Foto: Oscar DEL POZO - AFP

Staatstrauer nach schwerem Zugunglück in Spanien - Einsatzkräfte suchen weiter nach Opfern

Einen Tag nach dem verheerenden Zugunglück in Spanien mit 68 Todesopfern hat in dem Land am Donnerstag eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, durchkämmten Einsatzkräfte in der Nacht mit schwerem Gerät die Trümmer auf der wichtigen Bahnstrecke zwischen Madrid und der südspanischen Stadt Sevilla nach weiteren Opfern. Angehörige warteten derweil verzweifelt auf Nachrichten über das Schicksal ihrer Liebsten.

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Das Unglück hatte sich am Mittwochmorgen in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha südlich von Madrid ereignet, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge auf gerader Strecke kollidierten. Ein Zug der spanischen Staatsbahn Renfe mit 397 Passagieren an Bord prallte auf einen auf dem selben Gleis stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo mit 147 Passagieren. Mehrere Waggons entgleisten und stürzten den Bahndamm herunter. Mindestens 68 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 weitere wurden verletzt.

Beide Züge waren auf dem Weg von Madrid in die andalusische Großstadt Sevilla. Die Unglücksstelle liegt rund 110 Kilometer Luftlinie südlich von Madrid. Als Ursache vermutet die spanische Regierung menschliches Versagen. Auf der gleichen Strecke waren erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision gestorben.

Der 31 Jahre alte Peruaner Josimar Medina, der mit seiner Freundin in Spanien Urlaub machte, sagte AFP, er habe im Renfe-Zug geschlafen, als er "aufwachte und plötzlich in der Luft schwebte". Der Passagier Pablo Mejia kam mit Kopfverletzungen davon. AFP sagte der 42-Jährige, ein kurzfristiger Sitzwechsel habe ihm das Leben gerettet.

Eine Schule nahe der Unglücksstelle im Dorf Urda etwa 130 Kilometer südlich von Madrid diente derweil als Anlaufstelle für Angehörige, die nach Informationen über den Verbleib ihrer Liebsten suchten. Mitarbeiter des Roten Kreuzes boten den weinenden Menschen Unterstützung an.

Laut der Psychologin Carmen García vom Roten Kreuz stehen "lange und schwere Stunden" bevor. "Es gibt Menschen, die unter Schock stehen und noch gar nicht richtig erfasst haben, was geschehen ist", sagte sie. Andere seien wütend, traurig oder besorgt.

Die Polizei richtete in Madrid, Toledo, Córdoba und Sevilla vier Anlaufstellen ein, bei denen Angehörige DNA-Proben abgeben können, um bei der Identifizierung der Vermissten zu helfen. Zudem wurden in Kastilien-La Mancha und Madrid Zentren für Blutspenden eingerichtet.

Das nun zweite verheerende Zugunglück in Spanien in diesem Jahr wirft drängende Fragen zur Schienensicherheit auf. Bereits im Januar waren auf derselben Trasse zwischen Madrid und Sevilla nahe der südspanischen Stadt Adamuz 46 Menschen bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge ums Leben gekommen.

Das Unglück erschütterte das Land und löste eine Debatte über die Wartung der Infrastruktur und die Sicherheit der Passagiere aus. Die Untersuchung zu dem Unglück dauert noch an. Auch die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez geriet in die Kritik.

E.Olsson--StDgbl