Iran-Krieg: Merz ruft zu diplomatischer Lösung auf
Vor dem Hintergrund von Spekulationen über neue US-Angriffe auf den Iran hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer diplomatischen Lösung des Konfliktes aufgerufen. "Ich kann nur an alle Konfliktparteien appellieren: Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen", sagte Merz bei einer Pressekonferenz im südkoreanischen Seoul am Freitag. "Er muss diplomatisch gelöst werden, er muss durch Gespräche gelöst werden", fügte er hinzu. Das gelte auch für Israel und die künftige Regierung des Landes.
Merz sagte weiter, die Bundesregierung sei "auf vielen Kanälen" dabei, ihre "diplomatischen Anstrengungen zu koordinieren, zu verstärken, damit dieser Konflikt möglichst bald ein Ende findet". Berlin unterhalte gute Beziehungen zu Israel und den Golfstaaten. "Wir sprechen mit diesen Ländern und hoffen und appellieren auch daran, diesen Konflikt friedlich zu lösen."
Der Bundeskanzler betonte, der Iran-Krieg habe "massive" Auswirkungen auf Europa. Die Kosten alleine durch die Erhöhung der Energiepreise lägen bei "mehr als 100 Milliarden Euro in den letzten acht Monaten". Daher habe Europa "auch ein wirtschaftliches Interesse daran, dass dieser Konflikt so schnell wie möglich beendet wird", fügte Merz hinzu.
Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Seither haben die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus de facto blockiert, was die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Nach dem Scheitern einer Vereinbarung zwischen Washington und Teheran im Juni waren die diplomatischen Bemühungen ins Stocken geraten.
Zuletzt war über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran nach den US-Kongresswahlen am 3. November spekuliert worden. US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag mit Verweis auf den Namen des US-israelischen Militärangriffs ab Februar gesagt, Washington könnte "einen weiteren kleinen Epischen Zorn machen". Angaben zu einem möglichen Zeitpunkt machte er nicht.
W.Axelsson--StDgbl