Stockholms Dagblad - Deutschland und Südkorea bauen politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit aus

Stockholm -
Deutschland und Südkorea bauen politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit aus
Deutschland und Südkorea bauen politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit aus / Foto: SONG Kyung-Seok - POOL/AFP

Deutschland und Südkorea bauen politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit aus

Deutschland und Südkorea bauen ihre politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit aus. Die Beziehungen beider Länder würden "auf die Ebene einer vertieften strategischen Partnerschaft" gehoben, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag in Seoul bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung. In einer "Zeit der globalen Umbrüche" sei es "nur folgerichtig, dass wir jetzt unsere Partnerschaft vertiefen", fügte Merz hinzu.

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Merz äußerte sich in Seoul im Rahmen seiner Asienreise. "Mehr denn je" seien Partner wichtig, die gemeinsame Interessen und Werte teilten, sagte Merz unter anderem mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Das gilt sicherheitspolitisch, das gilt wirtschaftlich, und das gilt geopolitisch."

Laut einer gemeinsamen Erklärung planen Deutschland und Südkorea im Bereich Sicherheit und Verteidigung unter anderem eine "Verstärkung des Informationsaustauschs". Beide Länder wollten zu Stabilität, Sicherheit und Wohlstand "in ihren Regionen und darüber hinaus" beitragen. Sie wandten sich gegen Gewalt und destabilisierende Handlungen, "einschließlich der Einmischung von außen", heißt es in der Erklärung. Südkorea ist seit Jahren im Konflikt mit dem autoritär regierten Nordkorea, das von China und Russland unterstützt wird.

Merz sagte, Deutschland und Südkorea seien "wehrhafte Demokratien", die überzeugt seien, dass nur eine regelbasierte internationale Ordnung weiter Wohlstand ermögliche. Das vor 15 Jahren geschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Südkorea bezeichnete der Kanzler als "echtes Erfolgsmodell". Rund 99 Prozent der Zölle seien mittlerweile abgebaut. Der bilaterale Warenaustausch habe sich seit 2011 mehr als verdoppelt.

Der Bundeskanzler kündigte ein neues Rahmenabkommen als "Grundlage für die Zusammenarbeit in modernsten Technologien" an. Laut der gemeinsamen Erklärung ist eine Partnerschaft im Bereich der Halbleiterindustrie geplant. Erfreut zeigte sich Merz über "eine ganze Reihe von Vereinbarungen" im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) mit Südkorea als einer der weltweit führen KI-Nationen.

Südkorea werde im kommenden Jahr Partnerland des deutschen Digital-Gipfels in Berlin sein, sagte Merz. Präsident Lee habe sein Kommen zugesagt. "Wir werden auch die Zusammenarbeit unserer KI-Sicherheitsinstitute auf den Weg bringen und dies gemeinsam ausbauen."

Auch im Bereich Forschung wollen Deutschland und Südkorea laut der gemeinsamen Erklärung enger zusammenarbeiten. Dazu ist ein Abkommen zwischen dem Bundesforschungsministerium und dem entsprechenden südkoreanischen Ministerium geplant.

Südkorea ist für Deutschland seit Jahren einer der wichtigsten wirtschaftlichen Partner in der Region. Wegen der führenden Stellung der südkoreanischen Chip-Hersteller dürfte die Bedeutung im Zuge des KI-Booms noch zunehmen. Auch um die Abhängigkeit von China zu reduzieren, setzt Berlin auf Südkorea.

Merz' Besuch in Südkorea bildet den Abschluss seiner Asienreise. Zuvor besuchte er Japan und Singapur. Der Kanzler wird von einer Delegation aus Vertretern von Industrie- und Technologieunternehmen sowie des Energie- und Verteidigungssektors begleitet.

N.Sundberg--StDgbl