Deutsche Exporte im April trotz Iran-Kriegs gestiegen
Der deutsche Außenhandel hat im April trotz der weltwirtschaftlichen Verwerfungen durch den Iran-Krieg zugelegt. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent und die Importe um 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hob allerdings hervor, dass "kriegsbedingt gestiegenen Öl-, Gas- und Rohstoffkosten" die Preise für Aus- und Einfuhren aufgebläht hätten.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden im April Waren im Wert von 136,6 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 122,1 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Verglichen mit dem Vorjahresmonat April 2025 legten die Ausfuhren damit um 3,6 Prozent und die Einfuhren aus dem Ausland um 6,2 Prozent zu.
Als "Stabilitätsanker" für die deutschen Exporteure erweist sich dem Außenhandelsverband BGA zufolge dabei vor allem der EU-Markt, in den mehr als die Hälfte der deutschen Ausfuhren gehen, wobei hier im April ein Exportwachstum um 1,0 Prozent zum Vormonat verzeichnet wurde. Während die Exporte in wichtige Drittstaaten - insbesondere in die USA - weiterhin unterhalb des Vorjahresniveaus lägen, würden diese Rückgänge im April "durch die Entwicklung innerhalb Europas mehr als kompensiert", erklärte BGA-Präsident Dirk Jandura.
"Gleichzeitig ist es ein Warnsignal, dass die Importe deutlich stärker wachsen als die Exporte", führte Jandura aus. "Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern, brauchen Unternehmen wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie", forderte er.
DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier erklärte, dass neben den Folgen des Kriegs im Nahen Osten, die die deutschen Exporteure belasteten, auch "strukturelle Probleme im Inland" die internationale Wettbewerbsfähigkeit verringerten. Für das Gesamtjahr sei deshalb "allenfalls mit einer Stagnation" der Exporte zu rechnen.
"Besonders die Ausfuhren in unseren größten Absatzmarkt, den Vereinigten Staaten, liegen derzeit um 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau", führte Treier aus. "Der US-Markt ist unter dem Strich gesehen aufgrund der US-Handelspolitik weniger attraktiv für deutsche Unternehmen geworden - vor allem aus Sicht der Exporteure." Dies gelte aber auch "für die Vielzahl deutscher Unternehmen, die in den Staaten vor Ort produzieren, gleichzeitig aber auf internationale Lieferketten angewiesen sind".
Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden im April Waren im Wert von 11,4 Milliarden Euro in die USA exportiert. Das waren 1,8 Prozent mehr als im Vormonat März. Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2025 allerdings waren die Exporte in die Vereinigten Staaten um 12,9 Prozent niedriger. Dennoch ist das Land weiterhin der wichtigste Abnehmer deutscher Produkte.
Einen starken Rückgang der Exporte um 9,5 Prozent im Vormonatsvergleich gab es im April bei den Ausfuhren nach Großbritannien. Das Land liegt im Ranking der Abnehmerländer deutscher Produkte aber weiterhin vor China. Die Exporte in die Volksrepublik gingen im April um 3,5 Prozent zurück.
Auf der Importseite verlangsamte sich das Wachstum der Einfuhren aus China. Im April wurden 0,2 Prozent mehr Waren von dort bezogen. Die US-Importe legten um 7,6 Prozent zu, die britischen Einfuhren nahmen um 4,7 Prozent ab.
L.Holmgren--StDgbl