Wohnungsbau: Ifo-Institut erwartet für 2026 Rückgang der Fertigstellungen
Trotz Wohnraummangels in vielen Ballungsgebieten werden in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts in diesem Jahr voraussichtlich weniger Wohnungen als im Vorjahr gebaut. Zu erwarten seien 185.000 Wohnungsfertigstellungen, teilte das Münchener Forschungsinstitut am Donnerstag auf Grundlage einer Prognose der europäischen Forschergruppe Euroconstruct mit. Im vergangenen Jahr waren laut Statistischem Bundesamt knapp 207.000 Wohnungen fertiggestellt worden - so wenige wie seit 2012 nicht mehr.
"Die Aussichten für den Wohnungsbau in Deutschland hatten sich bis zum Februar zwar etwas aufgehellt", erklärte Ifo-Branchenexperte Ludwig Dorffmeister. "Der Iran-Krieg und die anziehende Bauinflation dürften den Projektentwicklern und Häuslebauern das Leben aber wieder erschweren", fügte er hinzu.
Für 2027 wird demnach ein Anstieg auf 195.000 Fertigstellungen erwartet. 2028 dürfte die Zahl mit 210.000 Einheiten den Wert von 2025 "erstmals wieder leicht überschreiten", erklärte das Ifo-Institut. Dennoch bleibe das Niveau etwa 17 Prozent unter dem Stand von 2024. "Zu den Gründen für die sehr langsame Erholung zählt auch die lange Zeitspanne zwischen Genehmigung und Fertigstellung, die sich seit Beginn dieses Jahrzehnts um etwa ein halbes Jahr auf 27 Monate vergrößert hat", erklärte Dorffmeister.
Für den europäischen Wohnungsbau rechnet die Expertengruppe mit einer "moderaten Ausweitung" der Bauaktivitäten in den kommenden Jahren. Der Prognose zufolge werden 2028 dann insgesamt 1,57 Millionen Einheiten fertiggestellt. "In Ländern wie Spanien, Frankreich und Großbritannien dürften in den kommenden Jahren deutlich mehr Wohnungen fertig werden, während es für Deutschland und Italien allenfalls leicht nach oben geht", erläuterte Dorffmeister. Insgesamt wird die europäische Bauwirtschaft laut der Euroconstruct-Prognose von 2026 bis 2028 um jeweils zwei Prozent pro Jahr expandieren.
M.Bengtsson--StDgbl